Handystrahlung: Wie gefährlich ist sie wirklich?

11.03.2017 12:10

handystrahlung und ein mobilfunk-sendemast


Handystrahlung: gefährlich oder harmlos?

Forscher streiten sich schon seit Langem darum, wie gefährlich Handystrahlung wirklich ist. Kann Handystrahlung Krankheiten auslösen? Erwärmt die Strahlung das Gehirn beim Telefonieren? Viele Verbraucher sind verunsichert und suchen Antworten auf ihre Fragen und nach Möglichkeiten sich zu schützen. In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen die neuesten Erkenntnisse zum Thema Handystrahlung vorstellen und gleichzeitig Lösungswege aufzeigen.

In einer groß angelegten Studie haben Forscher des National Toxicology Programs in den USA 2500 Ratten mit Mikrowellenstrahlung bestrahlt, die den beiden bekannten Übertragungstechnologien GSM und CDMA entsprechen. Die Bestrahlung fand über einen Zeitraum von zwei Jahren täglich im 10-Minuten-Wechsel statt. Während der Studie wurden Mäuse mit einer Frequenz von 1900 Megahertz und Ratten mit einer Frequenz von 900 Megahertz bestrahlt. Die Bestrahlung wurde jeweils in drei verschiedenen Intensitätsstufen durchgeführt.

Das Ergebnis der Studie brachte folgendes Ergebnis: Von 90 männlichen Ratten, die der Handystrahlung ausgesetzt waren, bekamen drei einen seltenen Hirntumor (Gliom) und sechs weitere Tiere entwickelten Herzgeschwüre (Schwannome). In der Kontrollgruppe dagegen wies keines der 90 Tiere Veränderungen auf. Bei bestrahlten weiblichen Ratten waren allerdings ebenfalls keine gehäuften Krankheitszeichen zu erkennen. Da es auch in früheren epidemiologischen Studien ähnliche Ergebnisse gab, hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO Handystrahlung bereits im Jahre 2011 als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft.

 

Was Sie gegen Handystrahlung tun können

Die Hersteller von Mobilfunksendeanlagen und die Smartphone-Hersteller tun zwar bereits ihr Bestes, um Grenzwerte einzuhalten und die Strahlenbelastung zu senken. Dennoch besteht weiterhin Uneinigkeit darüber, ob diese Maßnahmen bereits vollständig ausreichen. Die Mobilfunkbetreiber gaben im Jahre 2001 gegenüber der Bundesregierung eine Selbstverpflichtung ab, dass Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit von Verbrauchern und der Umwelt ergriffen werden. Diese Selbstverpflichtung wurde in den folgenden Jahren zwar immer wieder aktualisiert – und ist inklusive einiger Neuerungen auch heute noch gültig – trotzdem macht es für den einzelnen Handy- und Smartphone-User durchaus Sinn, selbst Maßnahmen zu ergreifen, welche die Elektrosmogbelastung beim Telefonieren auf ein Minimum reduzieren.

Die Risiken, die durch hochfrequente elektromagnetische Strahlung (z. B. Mobilfunk) entstehen, hängen mit der Strahlungsstärke und der Bestrahlungsdauer zusammen. Somit ist es sinnvoll, beim Kauf eines Smartphones auf den SAR-Wert zu achten, der, vereinfacht gesagt, ein Maß für die Stärke der Handystrahlung darstellt. Der SAR-Wert (spezifische Absorptionsrate) ist ein Maß für die Energieaufnahme eines Objektes, das elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt ist. Der Wert wird in W/kg angegeben und sollte beim Kauf eines Mobiltelefons stets unter 2 Watt pro kg liegen. Der SAR-Wert wird von den Handy-Herstellern zumeist in der Bedienungsanleitung angegeben und kann somit vor dem Kauf eines Mobiltelefons ermittelt werden (Bedienungsanleitung herunterladen). Im Netz finden sich zudem etliche Listen und Tabellen, in denen die SAR-Werte verschiedener Smartphones aufgelistet sind.

 

Weitere sinnvolle Maßnahmen sind:

- Nicht im Auto oder bei schlechtem Empfang telefonieren (Das Handy strahlt in diesen Fällen deutlich stärker, da eine Verbindung zur nächsten mobilen Basisstation deutlich mehr Energie erfordert).

- Telefonate mit dem Smartphone oder Handy möglichst kurz halten

- Festnetztelefone stets bevorzugen (kabelgebunden)

- Handy beim Schlafen nicht unter das Kopfkissen legen

- Elektrosmogfreie Headsets nutzen

- Elektrosmog abschirmende Handy-Hüllen verwenden

- Smartphone abschalten, wenn es nicht gebraucht wird

 

Wann ist Handystrahlung besonders gefährlich?

Insbesondere wenn kleine Kinder in der Nähe sind, sollten Telefonate mit Smartphones möglichst vermieden werden. Da Kinder noch in der Entwicklung sind, reagieren diese häufig besonders empfindlich auf hochfrequente elektromagnetische Strahlung. Auch für Menschen mit einem Herzschrittmacher könnte Handystrahlung gefährlich werden. Bei Abständen von unter 20 Zentimetern zwischen Smartphone und Schrittmacher kann das lebenswichtige Gerät in seiner Funktion beeinträchtigt werden. Darüber hinaus gelten in Krankenhäusern und Flugzeugen oftmals gesonderte Regelungen, die unter Umständen beachtet werden müssen.


Autor: Nikolai Sroka  -  Bild: #58061188, Bluedesign, Fotolia


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