Radon im Homeoffice: Die Krebs-Gefahr aus dem Keller!

19.02.2021 17:45

Bild zum Thema Radon im Homeoffice.

Immer mehr Angestellte nutzen in der Corona-Krise die Möglichkeit, ihren Beruf im Homeoffice auszuüben. Doch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt: Gerade in Kellerräumen kann es zu hohen Radonkonzentrationen kommen, die Krebsgefahr steigt!

Radon im Homeoffice: Ist Radon im Keller schädlich für die Gesundheit?

Den Arbeitsplatz in den Keller zu verlagern, scheint für viele Arbeitnehmer eine praktikable Lösung zu sein, um den Beruf von zu Hause auszuüben. Doch das Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor einer vorschnellen Verlegung des Büros in den Keller: Dort lauert nämlich das radioaktive Edelgas Radon, das bei seinem Zerfall Alphastrahlung abgibt und das Lungengewebe schädigt, wodurch die Gefahr für Lungenkarzinome steigt.

Dauerhaftes Arbeiten im Keller erhöht die Krebsgefahr

Zunächst war es die Wirtschaftswoche, die vor einer Verlagerung des Homeoffice in den Keller warnte. Bernd Hoffmann, Leiter des Fachgebietes Radon des BfS, riet in einem Interview von einer Verlegung des Homeoffice in den Keller ab, da dort Radonkonzentrationen entstehen können, die bei dauerhafter Exposition die Gesundheit gefährden könnten. Radon kommt überall dort vor, wo sich Uran im Boden befindet. Beim Zerfall von Uran und dessen Folgeprodukte entsteht Radon, das durch den Erdboden nach oben steigt und sich in Kellern und Gewölben ansammelt.

Radon, die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

Bis zu 2000 Tote gingen hierzulande auf das Konto von Radon, so das Bundesamt für Strahlenschutz. Radon wäre somit neben dem Rauchen eine der häufigsten Ursachen für Lungenkrebs. Für viele Nichtraucher stelle das Gas womöglich die häufigste Ursache für Lungenkrebs dar, so die Behörde. Daher sollten Arbeitnehmer und Selbstständige, die vorhaben, ihr Büro im Keller einzurichten, zunächst die Radonkonzentration ermitteln. Radonlandkarten stellen hierfür eine erste Möglichkeit dar, um sich einen ungefähren Überblick zu verschaffen. Letztlich kann jedoch nur eine Radonmessung die Gewissheit bringen, ob im Keller eine Radongefahr droht.

In meinem Keller befindet sich Radon, was kann ich dagegen tun?

Zunächt einmal sollten Sie eine Radonmessung durchführen. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Messmethoden zur Verfügung. Passive Dosimeter arbeiten mit einem Kunststofffilm, der die radioaktiven Zerfälle des Radons registriert. Das Dosimeter wird nach der Messung an ein Fachlabor versendet, das die Auswertung des Films vornimmt. Schneller erhalten Sie Ihre Messergebnisse mit einem elektronischen Radonmessgerät. Schon nach wenigen Stunden werden die Werte angezeigt. Durch eine anschließende Langzeitmessung verschaffen Sie sich zusätzlich Gewissheit darüber, wie hoch die Radonkonzentration im Jahresmittel ausfällt.

Wie hoch darf die Strahlenbelastung im Homeoffice ausfallen?

Einen Grenzwert bezogen auf Radon gibt es nicht, jedoch einen Referenzwert, der bei 300 Becquerel pro Kubikmeter liegt. Das bedeutet, dass möglichst bereits vor einer Überschreitung des Referenzwertes gehandelt und die Situation regelmäßig überprüft werden sollte. Studien haben gezeigt, dass das Lungenkrebsrisiko ab durchschnittlichen Strahlenwerten von 100-200 Becquerel pro Kubikmeter ansteigt. Der Referenzwert von 300 Bq/m3 ist im Strahlenschutzgesetz verankert und gilt für alle Arbeits- und Aufenthaltsräume in Innenräumen. Die WHO geht dabei noch weiter, und empfiehlt, einen jahresdurchschnittlichen Wert von 100 Bq/m3 nicht zu überschreiten.

Radon im Keller: Wie kann das Gas beseitigt werden?

 

Keller lüften

Eine Sinnvolle Maßnahme ist das regelmäßige Lüften, insbesondere im Keller, aber auch im restlichen Gebäude.

Radon absaugen

Wenn die Möglichkeit des Lüftens nicht besteht, können Absauganlagen helfen, das Gas aus dem Gebäude zu befördern.

Türen abdichten

Um das Gas daran zu hindern, in die Wohnbereiche aufsteigt, sollte Türen und Rohrleitungen im Keller abgedichtet werden.

Radonsicher bauen

Bei privaten Neubauten müssen Bauherren dafür sorgen, Maßnahmen gegen das Eindringen von Radon ins Gebäude zu ergreifen.

Eintrittspfade versiegeln

Damit Radon nicht in das Gebäude gelangt, sollten Radoneintrittspfade, wie Risse und Spalten im Gemäuer, verschlossen werden.

Gebäude sanieren

Altbauten sind besonders von Radon betroffen. Eine Radonsanierung kann helfen, Mieter und Eigentümer vor Strahlung zu schützen.

Wie wird eine Radonmessung am Arbeitsplatz durchgeführt? (Video)

 

Video: Ablauf einer Radonmessung am Arbeitsplatz


Viele Informationsoptionen rund um Radon!

Sie haben noch Fragen rund um das Thema Radon, seinen Ursprung oder Maßnahmen zur Reduzierung des gesundheitlichen Risikos? Nutzen Sie die vielfältigen Informationsmöglichkeiten des Radonshops.

Radon Beratung

Ein Überblick über individuelle Herangehensweisen an das Thema Radon sowie grundlegende Informationen zu den drei Maßnahmen Messung, Lüftung und Sanierung.

Radon Lexikon

Wissenswerte Begriffsdefinitionen, Gesetzestexte sowie physikalische und chemische Zusammenhänge verständliche erklärt.

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