Radongas im Waldorfkindergarten Lörrach!


Lörrach (15.12.2017) – Im Waldorfkindergarten Lörrach bei Freiburg wurden hohe Radonkonzentrationen gemessen. Nun ist ein Umzug vorgesehen. Träger und Stadtverwaltung suchen nun nach einem neuen Standort für den Kindergarten.

 

Bei einer Stichprobe des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) kam es bei Radonmessungen zu bedenklichen Werten. Dabei wurde insbesondere im Waldorfkindergarten Grütt bei Lörrach im Schwarzwald hohe Radon-Werte gemessen. Nun suchen die Stadtverwaltung und der Träger des Kindergartens nach einem neuen Standort. Der Umzug soll noch diesen Winter stattfinden.

Zunächst sammelte die Stadtverwaltung Daten in 13 Schulen und Kindergärten in der Region. Dabei kamen sogenannte „Passive Dosimeter“ zum Einsatz, die mit einem Photofilm die radioaktiven Zerfälle in Gebäuden aufzeichnen können. Nach 100 Tage wurden die passiven Dosimeter ausgewertet. Für alle Schulen und Kindergärten, in denen Radon-Werte über 300 Bq/m3 gemessen wurden, beantragte die Stadt nun auch aktive Messungen mit elektronischen Radonmessgeräten.

 

Radonwerte deutlich über dem Referenzwert

Besonders umfangreiche Messungen wurden im Waldorfkindergarten Grütt durchgeführt. Bei den aktiven Messungen in Echtzeit wurden Werte ermittelt, die bis zu 7-fach über dem Referenzwert lagen. Insbesondere die erdberührenden Räume waren von erhöhten Radonwerten betroffen.

Selbst nachdem eine 15-minütige Stoßlüftung im „Mittagszimmer“ durchgeführt wurde, konnten noch Werte von bis zu 2000 Bq/m3 gemessen werden (Referenzwert 300 Bq/m3). In den angrenzenden Räumen sah es ähnlich aus, wenngleich die Werte etwas niedriger waren. Vor allem am Tage waren einige Messwerte niedriger, was vermutlich an einem verbesserten Lüftungsverhalten lag.

 

Radonmessungen bald für viele Unternehmen vorgesehen

Zur Zeit sind Radonmessungen noch nicht verpflichtend. Nur für wenige, spezielle Arbeitsplätze sind Radonmessungen vorgeschrieben. So müssen Bergwerke, Radon-Bäder und Wasserwerke regelmäßig überwacht werden.

In Zukunft könnte sich dies aber ändern. Aufgrund einer neuen EU-Richtlinie werden in Zukunft deutlich mehr Betriebe und Einrichtungen verpflichtet sein, Radonmessungen vorzunehmen. Ende 2018 werden dann Schulen und Kindergärten dazu verpflichtet sein, Maßnahmen einzuleiten, wenn Radonwerte von 300 Bq/m3 überschritten werden.

Die Stadt Lörrach hat somit der Entwicklung vorgegriffen und schon jetzt mehr als 130 Räumlichkeiten prüfen lassen. Die Werte im Waldorfkindergarten Grütt stachen allerdings besonders hervor, weshalb nun Sofortmaßnahmen fällig werden. Der Umzug soll noch diesen Winter erfolgen.

 

Eine Radonsanierung nicht mehr zielführend

Damit alle Kinder beisammen bleiben, soll mit Hochdruck nach passenden Räumlichkeiten gesucht werden. Da sowieso ein Neubau des Waldorfkindergartens geplant war, sind die Auswirkungen nicht ganz so dramatisch wie anfangs angenommen. Dennoch wäre eine Sanierung der Räume nicht mehr infrage gekommen. Die Radon-Werte waren derart hoch, dass nur der finale Umzug genügend Schutz für die Kinder bieten konnte.


Bild: Fotolia, wavebreak3, #159023734


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