Radon in Italien – Hohe Radonwerte in Südtirol

23.11.2018 17:51


Erhöhte Radonwerte in Italien/Südtirol

In der nördlichen Alpenregion Italiens ist Radon schon länger ein Problem, besonders in Südtirol. Dort wurden in 120 Schulen und Kindergärten erhöhte Werte ermittelt. In der Studie, die von 2002 bis 2014 durchgeführt wurde, konnten insgesamt 287 hoch belastete Räume in Schulen und Kindergärten identifiziert werden.

Das Problem ist in Südtirol schon länger bekannt: Radon dringt von unten in Gebäude ein und sammelt sich dort an. Darum wurden in den vergangenen Jahren verstärkt Radonmessungen in Südtirol durchgeführt. Die Ergebnisse waren besorgniserregend: Fast 300 Räume in Schulen und Kindergärten haben die südtiroler Eingriffsschwelle von 500 Bq/m3 (Becquerel pro Kubikmeter) im Jahresmittel überschritten. In 78 Räumen wurden sogar Werte von 1000 Bq/m3 gemessen, der Höchstwert lag bei 7500 Bq/m3 im Jahresmittel.

Radonsanierungen noch nicht vollständig abgeschlossen

Die südtiroler Landesregierung reagierte nach den Messungen sofort und kündigte weitere Untersuchungen und Sanierungsmaßnahmen an. Viele Schulen und Gemeinden sind seitdem aktiv geworden und haben Maßnahmen zur Beseitigung von Radon getroffen. Dennoch gibt es viel zu tun, die Sanierungsmaßnahmen sind bei weitem nicht abgeschlossen. Die Partei ‚Süd-Tiroler Freiheit‘ forderte die neue Landesregierung darum auf, die Sanierungsmaßnahmen schnellstmöglich fortzusetzen und auch die übrigen Gebäude von zu hohen Radonwerten zu befreien.

Info: Studien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben ergeben, dass die Lungenkrebswahrscheinlichkeit mit der Zunahme um 100 Bq/m3 in der Raumluft um 10 % steigt. Die WHO und das Bundesamt für Strahlenschutz empfehlen darum, die Radonwerte unter 100 Bq/m3 zu halten. Bislang lag die Eingriffsschwelle in Südtirol jedoch bei 500 Bq/m3, da Südtirol der italienischen Gesetzgebung unterliegt. Die Eingriffsschwelle gilt jedoch nur für Pflichtschulen und Kindergärten. Für Privatwohnungen und andere Gebäude gibt es in Italien derzeit keine gesetzlichen Grenzwerte.


Bild: a.nedohonova, #174304810, Fotolia


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