Radonschutz bei Neubauten

13.02.2019 19:29

radon in neubauten


Radonschutz bei Neubauten: Die neue Strahlenschutzverordnung!

Seit Januar 2019 gilt das neue Strahlenschutzgesetz. Es enthält neue Vorschriften zum Radonschutz bei Neubauten. Bauherren müssen in Zukunft darauf achten, dass in Wohn- und Arbeitsräumen bestimmte Radonkonzentrationen nicht überschritten werden. Spezielle Baumaßnahmen helfen bei der Umsetzung dieser Vorgaben.

Das neue Strahlenschutzgesetz sorgt bei Bauherren und Hauseigentümern für Verunsicherung. Es trat am 31.12.2018 in Kraft und enthält erstmals Paragrafen zum Schutz von Personen in Wohn- und Arbeitsräumen vor dem radioaktiven Gas Radon. In der neuen Strahlenschutzverordnung werden auch Zahlen genannt: In Neubauten sollen die Radonwerte zukünftig einen Wert von 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel nicht überschreiten. Höhere Werte gelten als gesundheitsgefährdend.

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das beim Zerfall von Uran entsteht. Es kommt in Mitteleuropa überall in unterschiedlichen Konzentrationen vor. Nach der Entstehung steigt das Gas im Boden auf. Vermischt es sich an der frischen Luft, so sinkt die Konzentration schnell auf unbedenkliche Werte. Sammelt es sich jedoch in Kellern oder Gewölben an, so wird Radon zu einer Gesundheitsgefahr. Nach dem Rauchen stellt Radon die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs dar. Für Raucher ist das Radon besonders gefährlich. Durch die Anwesenheit von Radon steigt deren Lungenkrebsrisiko auf das 20 bis 30-fache.

 

Radonkonzentration abhängig von der Bodenbeschaffenheit

Generell tritt Radon überall dort verstärkt auf, wo große Uran- und Thoriumvorkommen im Boden vorhanden sind. Besonders betroffen sind die Bundesländer: Baden-Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen – doch auch in vielen weiteren Regionen Deutschlands kommt das Gas vor. Die Radonkonzentration in Gebäuden hängt auch von der Bodenbeschaffenheit ab. Lockere, luftige Böden lassen das radioaktive Gas leichter passieren; wasserundurchlässige, lehmige Bodenschichten sind dagegen wenig durchlässig. Doch aus dies kann sich ändern: Im heißen Sommer 2018 trockneten selbst feuchte Böden aus und wurden gasdurchlässig.

 

Neubauten mit speziellen Baumaßnahmen vor Radon schützen

Radon dringt auf verschiedenem Wege ins Gebäude ein. Eintrittspfade sind durchlässige Bodenplatten, Risse in Gemäuern und Leitungsrohren, Kabelschächte sowie gasdurchlässige Fugen und Spalten. Radon ist auch in Baustoffen enthalten, weshalb sich die Radonkonzentration auch durch belastete Baustoffe in einem Gebäude erhöhen kann. Fachplaner kennen die Wege, die das Radon nimmt – und leiten Gegenmaßnahmen ein. Eine wasserdichte Stahlbeton-Bodenplatte macht da den Anfang. In stark belasteten Regionen können Radonschutzfolien für weitere Sicherheit sorgen. Wenn beim Bau zusätzlich auf dichte Rohr- und Kabelschächte geachtet wird, hat Radon kaum noch eine Chance. Radonwerte von über 300 Becquerel (pro Kubikmeter Luft) werden so zuverlässig verhindert.

 

Das Aufsteigen von Radon vermeiden

Doch auch nach dem Bau eines radondichten Kellers gibt es noch einiges zu tun. Damit das Radon nicht in die oberen Stockwerke gelangt, müssen Keller und Wohnbereiche baulich voneinander getrennt werden. Dies kann durch den Einbau gasdichter Kellertüren geschehen; sowie durch das Ausbetonieren der Kellerdecke. Fugen und Spalten müssen mit Spezialharz abgedichtet werden. Ohne diese Maßnahmen könnte Radon mit der aufsteigenden Luft nach oben gelangen. Insbesondere im Winter, wenn im Gebäude geheizt wird, können hier spürbare Sogwirkungen entstehen, die das Radon aus dem Keller in die oberen Etagen befördern.

 

Beim Abdichten auf Schwachpunkte achten

Um die Radonkonzentration in Neubauten zuverlässig zu verringern, müssen die bekannten Schwachstellen besonders beachtet werden. Insbesondere durchdringende Rohrleitungen müssen radongasdicht verbaut werden. Auch Lichtschächte können zu Einfallstoren von Radon werden, wenn nicht mit großer Sorgfalt gearbeitet wird. Ist die Radonkonzentration im Baugrund sehr hoch, so können im Vorfeld auch Radonbrunnen oder Radondrainagen unter der Bodenplatte verbaut werden. Diese Vorrichtungen saugen das Gas ab, bevor es in das Gebäude eindringen kann. Das Radon wird dann über Rohrleitungen an die Oberfläche befördert, wo es – mit Frischluft verdünnt – schnell ungefährliche Konzentrationen erreicht. Zur Unterstützung kann hierbei ein Rohrlüfter eingesetzt werden.

 

Auch richtiges Lüften ist wichtig

Neben den baulichen Maßnahmen hat auch das Verhalten der Bewohner Auswirkungen auf die Radonkonzentration. Dass die Türen zu den Kellerbereichen möglichst geschlossen gehalten werden sollen, ist nahezu selbstverständlich. Zusätzlich kann regelmäßiges Querlüften das Gas aus dem Gebäude befördern. Um den Erfolg all dieser Maßnahmen zu überprüfen, empfiehlt es sich, eine Radonmessung im Gebäude vorzunehmen. Hierfür eignen sich passive Messsysteme genauso, wie aktive Radonmessgeräte. Die Kosten hierfür sind gering – der Sicherheitsgewinn jedoch groß. Mit passiven Messsystemen sollte die Messdauer mindestens 6 Monate betragen. Schneller geht es mit elektronischen Geräten: aktive Radonmessgeräte liefern aussagekräftige Werte bereits nach wenigen Tagen.


Bild: Tijana,  #144943170, Fotolia


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