Ist Nahrung aus der Mikrowelle ungesund? 5 Fakten aus der Wissenschaft

15.03.2017 19:55

bild einer mikrowelle und die frage ob eine mikrowelle ungesund ist


Mikrowellen: Nützliche Helfer oder Gefahr in der Küche?

Ist Nahrung aus der Mikrowelle ungesund oder handelt es sich bei dieser Annahme nur um einen Irrtum? Die Meinungen zu dieser Thematik gehen weit auseinander. Doch hierzu gibt es glücklicherweise etliche wissenschaftliche Studien, die etwas mehr Licht ins Dunkel bringen. Eins ist jedoch schon mal klar: Eine echte Schädigung des Menschen durch Mikrowellenstrahlen kann bei einer intakten Mikrowellen-Abschirmung nahezu ausgeschlossen werden. Doch wie sieht es mit einer indirekten Schädigung des Menschen aus? Gehen Vitamine und Antioxidantien verloren und wird die Nahrung durch das erhitzen im Mikrowellenherd geradezu ungesund? Hier sind unsere 5 aktuellen Fakten aus der Wissenschaft!

 

1. Wie funktioniert eine Mikrowelle?

In einem Mikrowellenherd wird Nahrung durch hochfrequente elektromagnetische Strahlung erwärmt, die im Inneren des Gerätes erzeugt wird. Die verwendete Frequenz von 2,45 Gigahertz ähnelt übrigens der Frequenz von modernen Smartphones. Die Strahlung in Mikrowellenherden hat allerdings deutlich mehr Leistung. Der Leistungsbereich einer handelsüblichen Mikrowelle liegt bei etwa 100-1500 Watt. Ansonsten funktioniert das Erhitzen in einer Mikrowelle ohne Wärmequelle. Die Mikrowellenstrahlung sorgt dafür, dass Wassermoleküle in den Nahrungsmitteln hin- und hergedreht werden, wodurch Reibung und Hitze entstehen. Darum lassen sich in einem Mikrowellengerät auch am besten solche Speisen erwärmen, die einen besonders hohen Wasseranteil aufweisen.

 

2. Kann Mikrowellenstrahlung aus dem Gerät austreten?

Ja, Mikrowellenstrahlung kann aus den Geräten austreten. Vor allem dann, wenn die Geräte Beschädigungen an der Abschirmvorrichtung aufweisen. Dabei ist insbesondere der Bereich um die Tür kritisch, da hier am leichtesten Strahlung austreten kann. Aber auch bei einer vollständig intakten Mikrowelle kann eine gewisse Leckstrahlung im Bereich der Sichtblende und der Tür auftreten. Bei einer Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz wurde festgestellt, dass die Leckstrahlung im Mittel bei verschiedenen Testgeräten bei einem Prozent des erlaubten Grenzwertes liegt. Die Strahlenbelastung nimmt zudem mit der Entfernung zum Gerät deutlich ab. Schon in 30 cm Entfernung lagen die Messwerte 10-20 Mal tiefer als an der Geräteoberfläche.

Somit kann also gesagt werden, dass eine unmittelbare Gefährdung durch elektromagnetische Strahlung bei intakten Mikrowellengeräten nicht gegeben ist. Laut Bundesamt für Strahlenschutz können Mikrowellengeräte auch problemlos von Schwangeren und Kindern bedient werden. Dennoch sollte der Kopf nicht direkt an die Geräteoberfläche oder das Sichtfenster gehalten werden. Schwieriger wird es mit einer Bewertung des Gefahrenpotenzials jedoch, wenn die Abschirmung des Gerätes oder die Tür unerkannte Schäden aufweisen Bei solchen Geräten können Schädigungen des Menschen durch Mikrowellenstrahlung nicht ausgeschlossen werden. Vorsichtshalber sollte man also nicht länger und nicht näher als unbedingt nötig vor einer Mikrowelle stehen bleiben. Bewährt hat sich auch ein zusätzlicher Mikrowellenschutz, der die Abschirmleistung einer Mikrowelle deutlich verbessern kann.

 

3. Mikrowellen-Abschirmung: Kann man testen, ob die Mikrowelle dicht ist?

Ja, mit einem Elektrosmogmessgerät, das für hochfrequente elektromagnetische Felder geeignet ist, können Sie überprüfen, ob Ihre Mikrowelle Schäden an der Abschirmung aufweist. Achten Sie beim Kauf eines Elektrosmogmessgeräts auf den Frequenzbereich. Für die Überprüfung der Abschirmung einer Mikrowelle muss das Elektrosmogmessgerät den Frequenzbereich um 2,45 Gigahertz erfassen können. Immer wieder ist auch zu lesen, dass man mit einem Smartphone die Abschirmung einer Mikrowelle testen kann. Demnach soll es möglich sein, die Mikrowellen-Abschirmung zu testen, in dem man ein Smartphone in die Mikrowelle legt, die Tür schließt und mit einem anderen Telefon das Smartphone anruft. Wenn das Smartphone klingelt, dann soll das angeblich ein Hinweis darauf sein, dass der Mikrowellenherd nicht korrekt abdichtet. Doch leider gibt dieser Test keine sichere Auskunft darüber, ob die Abschirmung Ihrer Mikrowelle intakt ist. Das liegt daran, dass ein Smartphone nicht genau dieselben Frequenzen verwendet, wie ein Mikrowellenherd. Da die Abschirmung in einer Mikrowelle aber genau auf die Frequenz 2,45 Gigahertz optimiert ist, können Sie also mit dem Smartphone-Test kein zuverlässiges Ergebnis ermitteln.

 

4. Ist Nahrung aus der Mikrowelle ungesund?

bild mit mikrowelle und die frage ob mikrowelle ungesund istOb die Nahrung aus der Mikrowelle ungesund ist, das ist noch nicht abschließend geklärt. Früher sagte man der Mikrowelle nach, dass diese Vitamine in der Nahrung stärker zerstört als andere Garmethoden. Diese Aussage ist so heute nicht mehr haltbar. Da beim Kochen von Gemüse in einem Topf viele Vitamine in das Wasser übergehen, kann es sogar sein, dass hierbei mehr Vitamine verloren gehen (wenn das Kochwasser weggeschüttet wird), als beim Garen mit einer Mikrowelle. Bewiesen ist allerdings, dass durch das Garen mit einer Mikrowelle viele Antioxidantien zerstört werden. Antioxidantien sind Substanzen, die den Körper vor freien Radikalen schützen. In einer spanischen Studie wurde z. B. herausgefunden, dass beim Garen von Brokkoli mit einer Mikrowelle bis zu 97 % der Antioxidantien (Flavonoide) zerstört werden. Da Antioxidantien vor Krebs und anderen Zivilisationskrankheiten schützen, ist die Frage, ob Mikrowellenkost ungesund ist, durchaus noch berechtigt.

Ein weiter Grund, warum die Nahrung aus der Mikrowelle ungesund erscheint, ist, dass mit Ihr oftmals Fertiggerichte erwärmt werden. Viele Mikrowellen-Fertiggerichte sind aber schon von Haus aus sehr vitamin- und nährstoffarm, sodass viele Menschen den Eindruck bekommen, dass Gerichte aus der Mikrowelle ungesund sind. Ein weiterer Kritikpunkt muss noch beim Thema Krankheitserreger erwähnt werden: Da ein Mikrowellenherd Nahrungsmittel oft nur ungleichmäßig erwärmt, kann es sein, dass Bakterien wie Salmonellen nicht ausreichend abgetötet werden. Darum wird im Allgemeinen empfohlen, Nahrungsmittel wie Hähnchen oder Hackfleisch auf einem konventionellen Herd zu erhitzen.

 

5. Wann wird das Kochen mit einer Mikrowelle zur Gefahr?

Jetzt, wo wir geklärt haben, ob das Essen aus einer Mikrowelle ungesund ist und ob die Abschirmung von Mikrowellenherden im Allgemeinen ausreicht, haben wir noch einige Tipps für Sie. Damit Ihnen beim Kochen keine Blitze entgegenschlagen, sollten Sie niemals metallische Gegenstände mit in die Mikrowelle geben. Da Blitze oft auch bei Tellern mit Metallrand entstehen, sollten Sie solche Teller nie in einem Mikrowellengerät verwenden. Sollte es dennoch Blitze geben, obwohl Sie kein Metall in der Mikrowelle verwendet haben, dann kann das an einer zu hohen Leistung und zu wenigen Lebensmitteln im Garraum liegen. Wenn Sie anschließend die Leistung reduzieren und immer noch Blitze erscheinen, dann ist das Gerät womöglich defekt. In diesem Fall sollten Sie das Gerät unbedingt von einem Fachmann begutachten lassen. Mit einer defekten Mikrowelle ist nicht zu spaßen! Küchen- und Hausbrände könnten die Folge sein. Darüber hinaus sollte Sie niemals Öl oder hochprozentigen Alkohol in einer Mikrowelle erwärmen. Auch hier besteht Brandgefahr! Zudem sollten Sie bei Plastikgeschirr auf die Mikrowelleneignung achten. Sonst könnten Giftstoffe aus dem Plastik in die Nahrung übergehen.


Bild: 1. #137498660, vera7388, Fotolia, 2. #118730589, JackF, Fotolia


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